Im Gespräch mit Bushcraft und Survival Experten Dave Canterbury

Kraftvoll, markiges Aussehen, tätowiert und ein stets wacher Blick: Ein Bild von Dave Canterbury (geb. 1963) könnte ohne weiteres im Lexikon neben dem Eintrag „Survival“ abgedruckt sein. Der gebürtige US-Amerikaner diente von 1981 bis 1988 in der US-Armee. Bereits vor dem Beginn seiner internationalen TV-Karriere war Dave Canterbury als Abenteurer und Experte für Survivaltechniken bekannt. Heute ist er Leiter der Pathfinder Survival School (Ohio, USA), zweimaliger New York Times Bestsellerautor („Bushcraft 101“, 2014) und fliegt um die ganze Welt, um die Menschen für das unabhängige und selbstbestimmte Leben in und mit der Natur zu begeistern. Die Traditionsmarke Petromax sowie die hochwertige Ausrüstung rund um die Themen Feuer und Licht, Draußen-Kochen, Bushcraft und Survival sind ihm bestens vertraut. Daher stand er uns gern Rede und Antwort, um seine ganz persönlichen Erfahrungen zu teilen.

Auf die richtige Einstellung kommt es an bei Bushraft und Survival

Egal ob Bushcraft Anfänger oder Fortgeschrittener: Wer Draußen-Abenteuer erleben will, der braucht ein Gespür für die Natur, eine gute Auffassungsgabe und etwas handwerkliches Geschick. Wo kann ich mein Lager aufschlagen und wie baue ich mir einen festen Unterschlupf? Wie lebe ich zusammen mit meiner natürlichen Umwelt und welche Ausrüstung brauche ich? Das sind die Kernfragen, die mit einem ursprünglichen Bushcraft-Erlebnis einhergehen. Ein Vorteil, wenn man bereits mental darauf eingestellt ist – das bestätigt auch Dave Canterbury. Oft wird er gefragt, wie er Bushcraft versteht und worauf es ankommt.

Petromax: Wer sich näher mit der Geschichte und den Techniken des Bushcraft beschäftigt, stößt oftmals auch auf den Begriff „Woodcraft“. Was hat es damit auf sich?

Dave Canterbury: „Diese Frage wird mir oft gestellt. […] Als Richard Graves 1973 sein Buch „BUSHCRAFT“ schrieb, so verfasste er es vor dem Hintergrund seiner Position als australischer Luftwaffen-Survivaltrainer. Der Begriff war daher vermutlich durch seine Heimat inspiriert, da das australische Outback auch als „der Busch“ (engl. The Bush) bezeichnet wird. Ursprünglich beschreibt Bush Craft das handwerkliche Herstellen von Gebrauchsgegenständen aus natürlichen Ressourcen seiner Umwelt und das im besten Falle […] mit nur einem Ausgangswerkzeug. […] Im Amerikanischen wird auf der anderen Seite der Begriff „Woodcraft“ gebraucht. Die Techniken wurden bei den Pfadfindern gelehrt und dabei werden mehrere Werkzeuge (Messer, Axt, Säge etc.) genutzt und zu geplanten Aufenthalten in der Natur mitgenommen. […] Beide Strömungen wenden Techniken des Fährtenlesens, der Pflanzenkunde, des Feuermachens, des Unterschlupfbaus […], des Fallenstellens usw. an. Der Unterschied besteht darin, dass die eine [Bushcraft, PX] auf einer Überlebenssituation und die andere [Woodcraft, PX] auf geplanten Ausflügen basiert. […] Der Begriff Bushcraft wird mittlerweile allgemeingültig verwendet, wobei der ursprüngliche Gedanke nach Graves heute wohl eher in die Richtung Survival geht. […]“

Verlässliche Bushcraft Ausrüstung

Petromax: Welches Werkzeug hat dir buchstäblich schon einmal aus der Klemme geholfen?

Dave Canterbury: Mein Schweizer Taschenmesser ist mein ständiger Begleiter. […] Einmal war ich in unbewohntem Waldgebiet unterwegs. Da es nur als Tagesausflug geplant war, habe ich auch nicht viel Ausrüstung, noch nicht einmal mein Survival Messer eingepackt. Ich war zu weit in den Wald hineingelaufen und es wurde bereits dunkel. So musste ich ein improvisiertes Lager in der Wildnis aufschlagen. Mit meinem Schweizer Taschenmesser konnte ich mir einen Unterstand bauen und – zusammen mit einem Stab-Feuerstein – ein wärmendes Feuer entzünden.

Petromax: Welche Ausrüstung nutzt du am häufigsten?

Dave Canterbury: Ich nutze täglich mein Gürtelmesser [engl. Belt Knife, PX] sowie meine Wasserflasche aus Edelstahl. Diese Ausrüstung ist für fast alle Aufgaben und Situationen während eines Abenteuers in der Wildnis zu gebrauchen. Dehydrierung ist eine der größten Gefahren und ein gutes Schneidewerkzeug erleichtert die Herstellung anderer Gegenstände und macht zusätzliche Werkzeuge im Gepäck überflüssig.

Im Frühjahr 2019 trafen wir den Bushcraft und Survival Experten Dave Canterbury im Rahmen der Survival Expo in Paris. Wir kamen sofort ins Gespräch und Dave nahm sich die Zeit, um sich mit uns auszutauschen. Es war eine riesige Freude. Vielen Dank nochmal dafür, Dave!

Hier erfährts du mehr von und über Dave Canterbury:

Website mit Blog

YouTube-Kanal von Dave Canterbury

Offizielle Instagram Seite @pathfindersurvival